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Maden in Süßkirschen vermeiden

Kirschen sind im Hochsommer der Renner. Die pralle rote bis dunkelrote Frucht kann entweder pur vom Baum gegessen werden, in einem Küchen oder zu leckerer Marmelade verarbeitet werden. Doch was tun, wenn die Süßkirschen von Maden befallen werden?

Die Ursache

Der Grund für die Maden ist die Kirschfruchtfliege. Sie nistet sich im Frühjahr im Baum ein und setzt ihre Larven währen der Sommerwochen auf die jungen Kirschfrüchte ab. Diese ernähren sich von den dem Fruchtfleisch und machen die Kirsche für uns ungenießbar.

Die Fliegen sind ungefähr 5 mm groß und haben auf ihrer Rückseite ein leuchtend gelbes Schild. Von Mitte Mai bis Juli sind sie aktiv und können währenddessen bis zu 200 Eier ablegen. Sie werden magisch von der Farbe Gelb angezogen, deshalb setzen sie ihre Eier auch auf den gelben Kirschen ab.

Kirschfruchtfliegen vorbeugen

Da die Fruchtfliege von gelben Gegenständen angezogen wird, ist es sinnvoll ab Mai sog. Gelbfallen aufzuhängen. Diese sollten gut über den Baum verteilt werden, also auch im Kronenbereich. Alternativ kann man auch mit Leim bestrichene Gelbtafeln nehmen.

Zusätzlich können Sie Ihren Kirschbaum auch mit Wermuttee bespritzen. Diese Behandlung erfolgt ab der 4 Woche nachdem sich die Kirschblüten zeigen. Bis zur Gelbfärbung der Früchte muss der Vorgang jedoch regelmäßig wiederholt werden. Der Wermuttee verhindert, dass die Kirschfruchtfliege ihre Eier ablegt.

Falls doch mal ein Baum befallen wird, sollte sich in der Nähe kein zweiter befinden. Kirschbäume und Heckenkirschen sind deshalb entfernt voneinander zu pflanzen. Noch besser ist es, wenn nur eine der zwei Pflanzenarten im Garten vorkommt.

Kirschbäume - wie z. B. die Süßkirsche Burlat, Frühe Maikirschen oder die Schwarze Herzkirsche - pflanzt man idealerweise im Frühjahr. Zwar werden die Kirschbäume in dem Jahr der Pflanzung keine Früchte tragen, dafür droht aber auch kein Befall  mit Kirschfruchtfliegen. Die Zeit reicht den Fliegen nicht aus, um sich zu entwickeln und genügend Früchte sind ebenfalls nicht vorhanden.

Wenn Sie den Kirschbaum gerade erst pflanzen, stellen Sie ihn an einen luftigen Ort. Warme Standorte unterliegen einem höheren Risiko von Maden befallen zu werden.

Damit der Baum nicht zu viele Fruchtfliegen beherbergen kann, ist es wichtig, dass die Früchte schnell abgepflückt werden. Entdeckt man dabei Fruchtmumien, z. B. an heruntergefallenen Kirschen, sollten diese umgehend entsorgt werden. Aber bitte nicht in den Kompost nebenan. Denn dort haben die Fruchtfliegen die Chance sich weiter zu entwickeln und den Baum erneut zu befallen.

Maden in Süßkirschen bekämpfen

Sind die Maden einmal in der Kirsche kriegt man sie nicht mehr heraus. Das einzige was man tun kann, ist vorbeugen.

Neben den bereits genannten Methoden kann man zusätzlich noch die Baumscheibe bis zur Reife mulchen. Unterhalb der Krone kann ein Insektennetz angebracht werden. Auch Hühner können helfen. Diese fressen die heruntergefallenen Maden auf, bevor sie sich entpuppen können.

Um eine erneute Infektion vorzubeugen, sollten nahe liegende Wildformen wie die Rote Heckenkirsche  oder Traubenkirschen entfernt werden. Parallel dazu hilft Bodenbedeckung, welche die Erwärmung des Bodens hinauszögert und somit auch das Schlüpfen der Larven.

Nützlinge einsetzen

Nematoden sind ein natürlicher Feind der Fruchtfliegen. Mit ihnen kann man den Befall um bis zu 50% eindämmen. Dazu muss man nur Anfang Juni Nematoden der Gattung Steinernema in eine Gießkanne mit ca. 20 Grad warmen abgestandenen Leitungswasser  mischen. Das Gemisch wird dann unter dem befallenen Kirschbaum verteilt. Nematoden sind parasitäre Fadenwürmer, die in die Haut der Larven eindringt und sie tötet.

Ebenfalls ein nützlicher Helfer sind Mauersegler, die die Fliegen im Flug aufnehmen. Aber auch Laufkäfer, Schlupfwespen und Spinnen helfen gegen die Maden.

Tipp:
Um zu testen, ob eine Kirsche bereits von einer Made befallen ist, taucht man die Frucht ein paar Minuten ins Wasser. Die Maden schwimmen dann automatisch an die Wasseroberfläche.

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