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Maden in Obst bekämpfen - dem Apfelwickler vorbeugen

Maden in Obst bekämpfen - dem Apfelwickler vorbeugen
Apfelbaum, Birne und Co. verwöhnen uns im Spätsommer mit ihren köstlichen Früchten. Doch nicht jeder kann dieses Jahr seine Ernte auch wirklich genießen. Der Apfelwickler, bzw. die Obstmaden schlagen auch dieses Jahr wieder zu. Viele Früchte sind von ihnen betroffen und schmälern die Ernte extrem. Damit Ihre Ernte weiterhin gut ausfällt, haben wir ein paar Tipps für Sie vorbereitet.

Der Apfelwickler

Beim Apfelwickler handelt es sich um einen braun-grau gefärbten Falter mit hellen Streifen und einem kupferfarbenen Fleck am Ende der Flügel. Seine Spannbreite beträgt nur ca. zwei Zentimeter. Besonders in der Dämmerung und bei Temperaturen unter 20 Grad wird der Falter aktiv. Seine Raupen sind hingegen weiß oder gelblich und haben einen schwarzen Kopf. Mit einer Länge von zwei Millimeter sind sie fast unsichtbar. Sie wachsen jedoch auf bis zu zwei Zentimeter an und ernähren sich vom Fruchtfleisch.

Woran erkennt man einen Befall?

Ob ein Obstbaum wirklich befallen ist, erkennt man nur an den Früchten selbst. An der Schale sind kleine Löcher, meist nur wenige Millimeter groß, durch die die Maden eindringen. Die kleinen Raupen fressen sich durch das Einstiegsloch spiralförmig durch die Frucht. Dabei verunreinigen sie die Gänge und das Kerngehäuse mit Kot. Die befallenen Früchte fallen  meist sehr früh vom Baum und lassen sich anschließend nicht lange lagern.

Damit nicht noch weitere Früchte befallen sind, sollte man bereits befallene Früchte sofort vom Baum entfernen. Ansonsten wird aus der kleinen Made ein neuer Falter der erneut seine Eier an die Jungfrüchte ablegt. Nach der Eiablage dauert es nur 14 Tage bis eine neue Made entstanden ist, die sich dann durch den nächsten Apfel frisst. Weitere vier Wochen später wird aus dieser Made ein neuer Falter und das ganze Spiel beginnt von vorne.

Obstmaden bekämpfen - Vorbeugung

Bevor Sie Schädlingsbekämpfungsmitteln einsetzen, können Sie einiges tun, um einen Befall zu vermeiden. Da die Maden sehr robust sind, können sie sich ab einer Temperatur von 10 Grad entwickeln. Von Januar bis April sollten Sie deshalb Ihre Obstbäume kontrollieren, ob sich irgendwo Maden versteckt haben. Regelmäßiges Schütteln lässt die Raupen auf den Boden fallen und so kinderleicht einsammeln. Alleine durch diese Methode können Sie im Vorfeld die Population deutlich eindämmen.

Viele Maden verstecken sich in der Borke von alten Obstbäumen. Überprüfen Sie auch diese. Mit einer harten Bürste oder einer Hacke können Sie lockere Stellen lösen und so gefundenes Ungeziefer entfernen. Achten Sie aber darauf, dass keine Rinde verletzt wird.

Trick: der Wellpappenfanggurt! Dieser kann ab Ende Juni zum Einsatz kommen. Bei dieser Methode wird ein Gürtel aus 10 bis 20 Zentimeter breiten Wellpappenstreifen üb den Baumstamm gewickelt. Achten Sie darauf, dass die Wellpappe wasserfest ist. Die Maden kriechen hierauf um sich zu entpuppen und können mitsamt der Pappe bequem entfernt werden. Im September kann man die Falle dann auch wieder entfernen.

Um den Apfelwicklern keine Unterschlupfmöglichkeit zu bieten, sollten Holzhaufen nicht in der Nähe der Obstbäume aufgestellt werden.

Der Einsatz von Fallen

Die männlichen Falter lassen sich leicht mit Pheromonfallen locken. Hängt man diese von Mai bis August auf, reduziert man ebenfalls die Anzahl der Raupen. Die Männchen bleiben am Leim der Fallen hängen und werden so unschädlich gemacht.

Bei einem sehr starken Befall können auch Granulosevirus-Präparate eingesetzt werden. Die Schwierigkeit liegt im exakten Timing. Das Präparat muss auf dem Weg zwischen Ei zur Frucht erwischen. Dieser Vorgang dauert allerdings nur wenige Tage.

Alternativ kann ein natürliches Spritzmittel wie Wermutjauche eingesetzt werden. Dies einfach im Frühjahr auf den Obstbaum verteilen und die Population sollte sich von Anfang an nicht so stark entwickeln. Ist der Baum dennoch befallen, einfach weiter damit einsprühen.

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